22.10.2010 Dr. Udo Andriof fordert: Mut zu S 21
Der CDU-Kreisverband mit den Vereinigungen MIT, CDA, Frauen Union hatte am Freitagabend, 22.10.2010 in die Stadthalle nach Biberach zu einem Informationsabend zu Stuttgart 21 geladen. Im Kleinen Saal erläuterte Landtagsabgeordneter Peter Schneider vor 200 Zuhörern aus Sicht der CDU-Landtagsfraktion die Lage: „Bei uns stehen alle voll hinter S21!“ Dieses Großprojekt dient der Zukunft unserer Kinder und des Landes. Innovationskraft und Verlässlichkeit der Rechtsstaatlichkeit (Sicherheit des Baurechts) dürfen nicht über Bord geworfen werden. „Wer Politik nur nach Stimmungslage macht, kann keine Regierungsverantwortung übernehmen“, so Schneider.
Das Publikum wurde mit einer eindrucksvollen Computer-Simulation der Neubautrasse mit allen baulichen Details und Kennzahlen auf das Thema eingestimmt. Mit Dr. Udo Andriof als Sprecher von Stuttgart-Ulm kam der Experte zu seiner allerersten Informationsveranstaltung zu S21 gerne nach Biberach. Als Regierungspräsident in Stuttgart hatte er u.a. das Echterdinger Ei mit ausgeführt. „Ich möchte Sie heute mit Fakten informieren und Ihnen Mut machen, für das Projekt einzustehen“, so Andriof. Zehn Jahre bräuchte es, bis ein Projekt bei der Bevölkerung die Vorteile sichtbar werden lässt. „Die Proteste kommen jetzt viel zu spät, wo waren die heutigen Gegner in der Planungsphase? Bei den Gegnern geht es nicht nur um den Bahnhof, sondern hier zeigen sich die Politikverdrossenheit, der Frustabbau an einem offensichtlichen Prestigeprojekt und auch schon die kommende Landtagswahl als willkommener Grund“ meinte Andriof. Das Alter der Strecke Stuttgart-Ulm mit über 150 Jahren zeige doch, das hier Sanierungsbedarf für die europäische Hochgeschwindigkeitsstrecke von Nöten ist. Die Wirtschaftskraft des Landes wird gestärkt, der Verkehrsknotenpunkt Stuttgart wird entzerrt, Anbindung des Flughafens und der Messe, Vermeidung von 1 Mrd. PKW-km mit enormer Einsparung von CO?2;, nämlich 215000 to. Immer wieder durch Beifall unterbrochen, reihte sich ein Argument an das andere.
Weitere Vorteile sind Emissionseinsparung, Lärmreduzierung, Flächenverbrauchsstopp und das enorme Potential von 100 ha für städtebauliche Maßnahmen und der Naherholung – mit über 5000 neu gepflanzten Bäumen bei 282 abgeholzten! Was der Experte überhaupt nicht verstehen kann „Europa, Bund und Bahn bezahlen den größten Anteil des Projekts und wir müssen für das Projekt zum demonstrieren gehen! Wenn nicht jetzt gebaut wird, bekommt die Region weitere 15 Jahren kein Projekt finanziert und alle lachen über uns Schwaben!“. Als Zahlmeister des Länderfinanzausgleichs fließt jetzt erstmals wieder Geld für eine Infrastrukturmaßnahme zurück ins Ländle. Nach großem Beifall wurde die Diskussionsrunde eröffnet. In fünf Runden gaben neben Dr. Andriof und Peter Schneider MdL auch die Europaabgeordnete Elisabeth Jeggle MdEP und der Bundestagsabgeordnete Josef Rief MdB Antworten aus jeweiliger Sicht der Parlamente. Den mündigen Bürger mitnehmen – darum wurde diese Veranstaltung von der CDU hier durchgeführt.
Text: CDU-Kreisverband Biberach, Christoph Burandt

